(bitte besuchen Sie unsere Französische Site um regelmässige Neuigkeiten zu erhalten. News 2012 Markash - 25 und noch immer wunderschön ! Irgendwann im Sommer 1976 – ich arbeite draussen, wahrscheinlich Brunnen putzen, oder sonst etwas auf der anderen Strassenseite. Heute ist der erste Tag, an dem mein Patenonkel – mein Götti, wie wir in der Schweiz sagen – Kinderreitstunden gibt. MEIN Götti, und ich darf nicht hingehen. Auf die Gefühle die ich dabei habe kann ich nicht mehr genau zugreifen, mit dem heutigen Wissen würde ich sagen ich war wütend, frustriert, enttäuscht, traurig – alles zusammen. Plötzlich taucht meine Mutter auf – komm endlich, wir müssen los, mach schon, beeil Dich. Grosses Fragezeichen, wo geht’s denn jetzt hin? |
Und sie fährt mich tatsächlich dort hin, dorthin, wo bereits zwei brave Pferde an der Longe ihre Kreise ziehen, eine gute Handvoll Kinder zäumen den Zirkel. Endlich bin ich dran, ich werde auf den grossen dunkelbraunen, samtenen, weichen Leib gehievt – ich liebe Dunkelbraune, fast schwarze Pferde – Winnetou hatte ja auch so eins – nur dieses hiess Vermo und gehörte einem Kavalleristenfreund meines Göttis. Ich lache etwas schadenfreudig weil die Kinder im Trab so komisch auf und ab schaukeln – Leichtreiten, sieht doch so einfach aus – das Lachen vergeht mir schnell, ich bin an der Reihe und ich muss zugeben, dass ich einmal mehr zu vorlaut war, und dass es nicht so ganz einfach ist den Takt zu finden. Ich schäme mich für meine Schadenfreude und endlich, endlich habe ich’s raus. Ist ja wirklich ganz einfach.
Meine Mutter ist wieder weggefahren und ich darf auf Vermo, zusammen mit der Tochter des Besitzers, nach Hause reiten – sind immerhin etwa 3 km, Teerstrasse, schön im Schritt natürlich – nie, nie mehr möchte ich absteigen.
Das Erlebnis bleibt mir eingebrannt - nicht nur der Muskelkater - und Pferde begleiten mich seither, viele kamen und gingen, ich entwickle mich zu einer mittelmässigen Aus-Reiterin und bewege die Pferde vieler Leute. Keines gehört mir und mit keinem ist die Verbindung so, wie sie mit Vermo war.
Bis irgendwann in den 90er Jahren ein Freund von mir ein fast schwarzes, grosses Pferd Namens Esmeraldo kauft. Das nächste Mal im Stall darf ich ihn reiten. In einer kleinen Gruppe reiten wir gemeinsam aus, es wird dunkel, ich fühle das Pferd unter mir und spüre dass ich Angst hab. Ich sehe nichts und als die Truppe im Galopp loslegt, klammere ich mich einfach in die Mähne und bitte das grosse dunkle Pferd auf uns aufzupassen. Die Kraft und das Vertrauen die mich in dem Moment durchströmen sind unglaublich. Zwei Tage später war Esmeraldo tot, ich bin ihm nur einmal begegnet, doch die Verbindung ist geblieben.
Etwa gleichzeitig treffe ich Markash, das erste Pferd, dass auf dem Papier mir gehören sollte, auch ein dunkelbraunes, wenn auch nicht ganz so dunkel wie Winnetou’s Iltschi, oder Vermo oder Esmeraldo. Markash hat unsere Begegnung ganz gut eingefädelt und war sehr geduldig mit mir. 25 Jahre nachdem ich das erste Mal auf Vermo gehoben wurde habe ich nun mein eigenes Pferd, eines noch dazu das dauernd hinter meinem Rücken irgendwelche Fäden zieht und es somit schafft, dass ich von meiner erfolgreichen IT Karriere auf die pferdegstützte Persönlichkeitsentwicklung umsteige.
Heute, 20 Jahre nachdem Markash sich in mein Leben bugsiert hat, arbeitet er nach wie vor enthusiastisch in unseren Aktivitäten im Erfahrungslernen mit - er ist ein grosser Meister. Visionpure war seine Idee und aus der heutigen Perspektive macht alles ganz viel Sinn. Warum er allerdings unbedingt nach Frankreich wollte bleibt mir bis heute ein Rätsel :-)
Vielleicht weil hier mehr Menschen die Pferde dringender brauchen als anderswo. Visionpure ist hier sehr erfolgreich, und unsere Pferde haben in den letzten 3 Jahren bereits viele Hunderte von Kunden berührt. Dort, wo sonst niemand hinkommt – im Herzen, im Körper und in der Seele.
Ich wünsche Ihnen ein wunderbares 2012.
Eva
p.s. für Kurse in Deutschland sehen Sie sich doch bitte die Seite meiner Freundin Ulrike Dietmann an (www.spirithorse.info).

